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Erfahrungsschatz Nordkirche

De Pommerschen Engelspierken

02.02.2018 | "Engelspierken" ist eine pommersch-plattdeutsche Bezeichnung für Libellen. Das Wort weckt Erinnerungen an einen Sommer am Badeteich: Libellen fliegen durchs Schilf und übers Wasser. Je nach Blickwinkel schimmern sie in vielen bunten Farben. Die Truppe, die sich "De pommerschen Engelspierken" nennt, ist genauso bunt. Sie besteht aus gut vierzig Menschen zwischen Vorschul- und Rentenalter, die miteinander singen, tanzen und spielen – und vor allem Musical machen!

„Engelspierken“ ist eine pommersch-plattdeutsche Bezeichnung für Libellen. Das Wort weckt Erinnerungen an einen Sommer am Badeteich: Libellen fliegen durchs Schilf und übers Wasser. Je nach Blickwinkel schimmern sie in vielen bunten Farben. Die Truppe, die sich „De pommerschen Engelspierken“ nennt, ist genauso bunt. Sie besteht aus gut vierzig Menschen zwischen Vorschul- und Rentenalter, die miteinander singen, tanzen und spielen – und vor allem Musical machen!

Es sind Schulkinder, Azubis, Studierende, Krankenschwestern, Ärztinnen und Ärzte, Ruheständler … Menschen unterschiedlichen Alters aus vielen Bereichen des Lebens. Einige können gut singen, andere gut spielen. Manche sind tolle Typen auf der Bühne, andere haben großes Organisationstalent. Jeder und jede hat etwas einzubringen, ist und kann was. Hin und wieder sind wir selbst überrascht, was wir können und uns trauen. Manchmal geht es uns ein bisschen wie den Hauptfiguren unserer Stücke. 

Das sind Luther, Katharina von Bora und andere Größen der Reformation, die wir auch als Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen im bunten vollen Leben zeigen wollen. Dass das hin und wieder gelingt, liegt vielleicht auch daran, dass wir Akteure beim Spiel und im richtigen Leben gut miteinander können. Die Proben, die meistens ein ganzes Wochenende dauern, sind darum nicht nur anstrengend, sondern auch schön wie ein Familientreffen, auf das man sich schon lange freut. Diese Atmosphäre überträgt sich wohl auch auf das Publikum, und wenn uns das gelingt, ist das ein schönes Gefühl.

Das Wort „Spierken“ bedeutet für sich auch „kleines Holzstückchen“, „Reisig“ oder „Span“ – also Holz, das mit einer kleinen Flamme leicht anbrennt und so zum Entfachen eines Feuers dient. Wenn Leute aus dem Publikum nach einer Vorstellung sagen, sie hätten die Reformation jetzt erst richtig verstanden, haben wir „Spierken“ vielleicht auch ein Feuer zum Brennen gebracht.

Von Frank Wehmeier, 51, Krankenpfleger, alias ein Gelehrter (in „Martin Luther“), Lucas Cranach (in „Katharina Lutherin“) oder Doktor Sprengel (in „Bugenhagen“), wirkt gemeinsam mit seiner Frau und drei Kindern im Teenager-Alter bei den Engelspierken mit. 

Jung und alt musikalisch unterwegs
Von Martin Luther und den Ideen, mit denen er so große Veränderungen hervorgerufen hat, war in der Reformationsdekade viel die Rede. Etliche seiner Mitstreitenden hingegen waren hierzulande wenig bekannt – bis die „Pommerschen Engelspierken“ die Bühne betreten haben. In ihrem aktuellen Musical steht der norddeutschen Reformator Johannes Bugenhagen im Mittelpunkt. In Greifswald, Hamburg, Schleswig und verschiedenen vorpommerschen Kirchen wurde das mitreißende Stück bereits aufgeführt. Den rund vierzig Darstellenden aus verschiedenen Regionen Vorpommerns ist es dabei gelungen, singend, tanzend, musizierend und schauspielernd die Zuschauerinnen und Zuschauer anzurühren und ihnen Bugenhagen näherzubringen.

Hauptdarsteller Paul Gohlke ist auch im richtigen Leben Theologe. Zu der Musicalgruppe gehören jedoch auch Schüler*innen, Ärztinnen, Tischler, Krankenschwestern, Mathelehrer und Menschen, die noch ihren beruflichen Platz suchen. Sie alle eint die Begeisterung, die die Musik auszulösen vermag. 

Pastorin Dr. Nicole Chibici-Revneanu, im Hauptberuf Leiterin des Barther Bibelzentrums, hält die Fäden unsere Musicalgruppe in der Hand. Sie hat die Musikstücke komponiert und begleitet sie auf dem Klavier. Stephanie Schwenkenbecher stellt uns mit ihren originellen Texten vor einige Herausforderungen, insbesondere durch plattdeutsche, sächsische und sogar lateinische Passagen. Damit das Publikum uns bei alledem gut folgen kann, gibt es hochdeutsche Texthefte. Musikalisch sind verschiedenste Stilrichtungen von Balladen bis Boogie vertreten, die Engelspierken singen solistisch, in Duetten, Trios und im Chor.

Aus dem Publikum haben wir Freude und Begeisterung über diese vielfältige und lebendige Darbietung erfahren, und wir selbst hatten Spaß beim Einstudieren und Aufführen unseres Musicals (auch wenn es viel Arbeit war!). 2018 werden wir mit „Bugenhagen“ noch weiter unterwegs sein, für 2019 ist ein neues, biblisches Musical in Planung.

Von Christiane Fenske, 48, Biologin, alias Marktfrau, Kinderchorleiterin und Violinistin in „Bugenhagen“, wirkt gemeinsam mit ihrer zehnjährigen Tochter bei den Engelspierken mit

Wer dieses Beispiel von Engagement live sehen will, ist herzlich eingeladen dabei zu sein:
Aufführungstermine 2018 (Uhrzeiten bitte bei den Veranstaltenden erfragen):

Samstag, 5. Mai: Marienkirche Barth
Sonntag, 6. Mai: Kirch Stück (Mecklenburg)
Samstag, 2. Juni: Weidendom Rostock
Sonntag, 3. Juni: Horst bei Greifswald